Svenja Illi

Der Thomas-Gulden-Preis wird im Wintersemester 2016/17
 
Frau Svenja Illi,
Bachelor of Sience ( B.Sc.), Master of Arts (M.A.),
 
Masterstudiengang Auditing, Business and Law
 
für ihre herausragende Masterthesis:
 
„Die ertragsteuerliche Behandlung der vorweggenommenen Erbfolge bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften“

 
verliehen.
 

 
Biografie
Im Anschluss an ihr Abitur nahm Svenja Illi im September 2009 ihr Bachelorstudium im Studiengang Steuer- und Revisionswesen an der Hochschule Pforzheim auf. In diesem Rahmen bot sich ihr die Möglichkeit ein Auslandsemester in Glasgow zu absolvieren. Nach erfolgreichem Bachelorabschluss arbeitete sie zunächst für mehrere Monate in einer auf das internationale Steuerrecht spezialisierten Kanzlei. Im September 2014 setzte sie ihre akademische Laufbahn mit einem Masterstudium im Studiengang Auditing, Business and Law an der Hochschule Pforzheim fort. Svenja Illi arbeitet bei der Warth & Klein Grant Thornton AG in der Niederlassung Stuttgart.
 
 
Die ertragsteuerliche Behandlung der vorweggenommenen Erbfolge bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften
Um mögliche negative steuerliche Folgen zu vermeiden, die bei einem Unternehmenserwerb durch Erbfall auftreten, ist die Übertragung zu Lebzeiten (die sogenannte vorweggenommene Erbfolge) von großer Bedeutung für die Gestaltungspraxis. Mit der Norm des   § 6 Abs. 3 EStG hat der Gesetzgeber eine Möglichkeit geschaffen, die Durchführung der Unternehmensnachfolge bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften ertragsteuerneutral zu gestalten. Voraussetzung ist, dass eine Sachgesamtheit unentgeltlich auf einen Rechtsnachfolger übertragen wird. Schwierigkeiten können insbesondere dann auftreten, wenn ein Mitunternehmer einer Personengesellschaft über funktional wesentliches Sonderbetriebsvermögen verfügt. Denn der Übertragungsgegenstand des § 6 Abs. 3 EStG ist eine Sachgesamtheit, die im Fall eines Mitunternehmeranteils neben dem Anteil am Gesamthandsvermögen auch das funktional wesentliche Sonderbetriebs-vermögen umfasst.

Mögliche Übertragungswege i.S. des § 6 Abs. 3 EStG sind unter anderem die unentgeltliche Aufnahme in ein Einzelunternehmen und die unentgeltliche Übertragung des gesamten oder eines Teils eines Mitunternehmeranteils. In Abhängigkeit davon in welcher Höhe funktional wesentliches Sonderbetriebs-vermögen zusammen mit einem Anteil am Gesamthandsvermögen auf den Rechtsnachfolger übertragen wird (die sogenannte quotale oder disquotale Übertragung), sind unterschiedliche Fallstricke zu beachten, die in der vorliegenden Ausarbeitung beispielhaft erläutert werden. Gleiches gilt für die im Zuge einer Aufnahme in ein Einzelunternehmen entstehende Mitunternehmer-schaft. Anhand von unterschiedlichen Fallgruppen wird ein besonderes Augenmerk auf mögliche Ausgliederungsvorgänge oder Umgestaltungen im zeitlichen und sachlichen Zusammenhang sowie zeitgleich mit der unentgeltlichen Übertragung i.S. des § 6 Abs. 3 EStG gelegt. Im Fokus steht hierbei die geänderte BFH-Rechtsprechung.
 
Die Arbeit erscheint als Band 19 in der Schriftenreihe der Stiftung.